IMG 86681.Tag 16.03.2017
Am ersten Tag haben wir uns früh am Flughafen getroffen und waren alle super aufgeregt. Wir brauchten sehr lange, um durch die Sicherheitskontrollen zu kommen und am Ende haben wir unseren Flug fast verpasst. Als wir in Tel Aviv am Flughafen ankamen, wurden wir von angenehm warmen Temperaturen empfangen. Uns fiel direkt auf, dass die Militärpräsens sehr hoch war und man war ein wenig eingeschüchtert von den Waffen der Soldaten.
Auf dem Weg zum Hotel, in Jerusalem, entdeckten wir viele grüne Stellen und Pflanzen, trotz des warmen Klimas. Zudem waren alle Gebäude in Jerusalem aus Sandstein angefertigt und viele Teile der Stadt und der Umgebung sahen schon etwas heruntergekommen aus.
Unser Hotel hat uns gut gefallen, es gab alles nötige und man konnte dort gut 5 Tage verweilen.
Das Hotel lag im Zentrum der Neustadt von Jerusalem. Zu Fuß waren es nur etwa 10 Minuten bis zu der Altstadt. Wir machten uns nach kurzer Zimmerbesichtigung direkt auf den Weg in die Altstadt um Geld zu wechseln und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Der Markt in der Altstadt gefiel uns sehr, es roch wunderbar und es war eine schöne Atmosphäre auf dem Markt. Die Menschen waren super hilfsbereit, offen und freundlich.
Jedoch überraschten uns die hohen Preise. Zudem gab es in der Neustadt und generell in ganz Israel mehr orthodoxe Juden als wir erwartet hatten.
Am Abend waren wir alle erschöpft von der Reise und haben ihn entspannt ausklingen lassen. Es war ein sehr ereignisreicher Tag mit vielen Eindrücken, wir haben ihn sehr genossen.


2.Tag 17.03.2017
Nach dem Frühstück sind wir zum Damaskustor aufgebrochen. Dort hörten wir zwei Vorträge, von Joachim über die Geschichte Israels und von Svenja über die Jerusalems. Für uns neu waren die stark bewaffneten Polizisten und Militärs, die zwei Eingänge kontrollierten und bestimmte Personen durchsuchten. Der Einstieg in das Handeln mit Ladenbesitzern bot sich dort, wo wir deutlich billiger als in der Altstadt Brot und Erdbeeren erstanden. Daraufhin gingen wir zum Garten Tomb, wo wir weiterhin die religiöse Prägung der Stadt empfanden. Dieser Garten mit seiner Höhle soll das Grab Jesus gewesen sein. Weiter ging es zum Herodes Tor, wo uns eine Menschenflut erwartete, die hauptsächlich aus Muslimen bestand, die vom Beten kamen. Uns faszinierte die kulturelle Vielfalt, die uns geboten wurde. Wir genehmigten uns einen kleinen Snack in Form eines Kartoffelspießes. Danach begaben wir uns auf die Via Dolorosa, den Leidensweg Jesus. Dort begegneten uns verschiedene Christen, Konfessionen, die wir bislang noch nie erlebt hatten. Als letzte Stadion besichtigten wir die Grabeskirche, welche die eigentliche Grabstädte Jesus sein soll. Durch das jüdische Viertel gelangten wir zur Klagemauer, wo wir von Fabio und Luca einen Vortrag über diesen wichtigen Ort des Judentums hörten. Die Klagemauer und der Platz davor fanden die meisten von uns sehr besonders, im Speziellen die Kleidung und Gebetsgesänge der orthodoxen Juden. Leicht unwirklich wirkten neben Ihnen die bewaffneten Soldaten und Polizisten. Am Nachmittag wanderten wir auf den Ölberg, von dem wir einen traumhaften Blick über die Stadt hatten. Zu fortgeschrittener Stunde sprangen zunehmend kleine Lichter in der Stadt an. Kurz vor Sonnenuntergang schienen die sandsteinfarbenden Gebäude zu glühen. Beim Abstieg hörten wir einen leichten Minarett-Gesang, der die Stimmung noch verschönerte. Wir gingen noch ein zweites Mal zur Klagemauer, die noch eindrucksvoller mit ihren Lichtern, Gruppentänze, Betenden und Soldaten war. Vom Laufen erschöpft schlenderten wir die Gassen zum Hotel zurück. 


IMG 86963.Tag 18.03.2017
Nachdem auch die Letzten 5 Minuten nach vereinbarter Zeit aufgewacht waren, machten wir uns auf den Weg zum Damaskustor, um dort einen Bus in die West Bank zu nehmen. Als wir dann die Mauer, die sich zwischen den beiden Gebieten durch die Landschaft schlängelte sahen, klebten wir am Fenster. Sie machte irgendwie realer, dass wir wirklich Israel verließen und nach Palästina fuhren und auch führte sie uns, sehr deutlich, den bestehenden Konflikt vor Augen.
Der Bus fuhr erst mal an der Schule, die wir heute besuchen wollten, vorbei, sodass wir, als auch der Letzte gerade so noch sein Handy aus dem Bus gerettet hatte, ein Stück zurück laufen mussten. Dann kamen wir zum Eingang. Der Name der Schule, Talitha Kumi, ist aramäisch und bedeutet „Mädchen steh auf!“ (Mk 5, 41). Ursprünglich war die 1851gegründete Schule ein Internat für palästinensische Mädchen, mittlerweile ist nur noch ein Teil der Mädchen im Internat, in der Schule können auch Jungen lernen, es gibt einen Kindergarten, ein Gästehaus, eine Vogelbeobachtungsstation und eine Hotelfachschule. Der Campus erinnert an eine Oase in der sonst eher kargen Landschaft und war insgesamt sehr beeindruckend. Es gibt ein kleines Wäldchen, neben dem wir zum Gästehaus die Straße hoch liefen, das Schatten spendet. Oben angekommen gingen wir nach kurzer Pause in die Schule, um erste Kontakte mit den Schülern zu knüpfen und den Schulleiter zu suchen. Der Plan war eigentlich, dass die Jungen mit den etwas kleineren Kindern Fußball spielten, aber es gab Streit um den Ball, weswegen das leider nicht so besonders gut klappte. Einige der Schüler trauten sich dann doch zu uns auf die Treppe, wo wir saßen und sagten schüchtern Hallo. Schließlich kam Herr Tischer mit Rolf Lindemann zurück, dem Schulleiter. Er ging mit uns in einen Innenhof und gab uns eine Einführung zur Schule. Das besondere an der Schule ist, dass sie sowohl in Zone A, als auch in Zone C liegt. So können sich auf dem Schulgelände Palästinenser und Israelis treffen, was sie zu einem Begegnungsort macht und auch der Grund ist, warum viele Politiker im Gästehaus übernachten. Bei unserem anschließendem Rundgang sind wir durch die Schule, über den Pausenhof, zur Sporthalle, die lange Zeit die einzige in Palästina war, zu einem Ausblickspunkt gegangen, wo man einen wunderschönen Blick über das Land hatte. Einzig wurde das Bild getrübt durch die Mauer, die man auch von hier oben sehr deutlich sehen konnte. Unser Rundgang endete im Kindergarten, wo wir in die Geburtstagsfeier eines kleinen Mädchens hinein platzten. Besonders süß waren die Kinder die uns dann auf deutsch die Wochentage aufgezählt haben. Wir haben auch den Deutschraum im Kindergarten gesehen. An der Wand hingen die Wochentage, Farben und das Alphabet, allerdings fehlten die letzten drei Buchstaben. Die Leiterin des Kindergartens erklärte uns, dass sie erst in den nächsten Wochen kommen würden. Wieder im Innenhof angekommen trafen wir uns mit einer Schulklasse, die Deutsch lernt. In Talitha Kumi gibt es die Möglichkeit das deutsche internationale Abitur zu machen. Da die Schüler also in der 12. Klasse Deutsch als Muttersprache beherrschen müssen, konnten sie bereits sehr gut Deutsch sprechen, was uns alle sehr beeindruckt hat. Obwohl sie unter ganz anderen Bedingungen als wir aufgewachsen sind, haben sie die gleichen Hobbys und Interessen wie wir und wollen auch Arzt werden oder Politik studieren oder, und vor allem hier konnten sich einige von uns wiederfinden, haben eigentlich noch gar keine Ahnung, was sie nach dem Abi machen wollen. Fest steht, das deutsche Abi ist für sie eine Chance auf ein besseres Leben. Es ist die Chance auf ein Studium in Europa, in Deutschland etwa oder England, aber vor allem in Sicherheit. An einem Ort, an dem man Abends beim schlafen gehen keine Angst hat, nachts von einem Angriff überrascht zu werden. Ein Ort, wo im Sommer nicht einfach das Wasser abgedreht wird, wenn es in Israel zu knapp wird, ein Ort an dem man nicht durch Mauern und Grenzen getrennt wird von Städten, die knapp eine Stunde entfernt, aber dennoch unerreichbar sind. Ein Ort mit Flughafen und Krankenhaus, ohne Diskriminierung. Auf die Frage, was die Schüler sich am meisten wünschen, antworteten sie einstimmig mit Frieden. Etwas das gar nicht zu dem Bild passt, das von den Medien oft vermittelt wird. Mit dem Wort Palästinenser verbinden wir eher Terror und Anschläge, als den Wunsch nach Frieden. Doch es ist unmöglich in diesem Konflikt klar zu sagen was schwarz und weiß ist, wer die Guten sind und wer die Bösen. Mit der Zeit die wir in der Schule verbrachten wurde die Seite der Palästinenser immer nachvollziehbarer. Die Schüler waren alle nett und freundlich für uns machten die Mauern und Grenzen und Soldaten mit ihren Waffen keinen Sinn mehr. Wer sollte hier vor wem geschützt werden? In den Geschichten, die uns erzählt wurden, wurde immer wieder deutlich wie eingeschränkt die Palästinenser durch die Israelis werden. Der Vater, der Zeit im Gefängnis verbringen musste, und Freunde, die erschossen wurden gehörten für die Schüler zum Alltag. Schwer vorzustellen im sicheren Deutschland. Oder sogar auf dem Gelände der Schule, denn wie der Schulleiter sehr treffend formulierte, Talitha Kumi ist eine Insel der Geborgenheit in mitten des Unruheherdes. Doch gerade diese Erlebnisse sind für die Schüler Motivation sich in der Schule anzustrengen um aus diesem Leben zu entkommen. Das traurige ist, dass sie ihre Zukunft, eine bessere Zukunft, nur im Ausland sehen können. Uns alle hat das, was die Schüler erzählt haben sehr bewegt und beeindruckt und manchmal auch ziemlich geschockt. Nach dem Besuch in der Schule haben wir uns von Beit Jala aus auf den Weg nach Bethlehem gemacht. Nach wenigen Minuten kamen wir an einem Schild vorbei, das erklärte warum der Bus vorher nicht an der Schule gehalten hatte. Demnach war es dem israelischen Busfahrer sogar verboten in der von Palästina kontrollierten Zone A zu halten. Irgendwie verdeutlichte dieses Schild nur noch mal alles, was wir zuvor von den Schülern erfahren hatten. Auf unserem Weg wurden wir immer wieder von den Menschen angestarrt, teilweise hupten die Autos, die an uns vorbeifuhren. Zum Anfang freuten wir uns noch, wenn uns Leute zu gewunken haben, doch je mehr wir nach Betlehem kamen, konnte man merken, dass es in diese Gegend nur sehr wenig Touristen verschlägt und mit unseren blonden Haaren hoben wir uns deutlich von den Einwohnern ab. Das war schon sehr merkwürdig und auch etwas unangenehm. Die Menschen waren dabei aber immer noch freundlich und grüßten uns. In Bethlehem haben wir die Geburtskirche besucht, die mehr einer riesigen Baustelle ähnelte. Als Besucher konnte man sich kaum frei bewegen und wurde immer wieder angewiesen sich doch in diese oder jene Schlange zu stellen. Hier gab es auch wieder mehr Touristen, die alle mit Bussen zur Kirche gebracht und dann schnell wieder eingesammelt wurden. Wir als Gruppe waren uns aber einig, dass sich der Weg zu Fuß gelohnt hatte, da es wichtig ist die Auswirkungen des Konflikts zu sehen, auch wenn man sich streckenweise wie im Zoo gefühlt hat. Nach dem Besuch in der Kirche, saßen wir noch für eine Falafel gemeinsam in einem kleinen Laden zusammen. Auf der Rückfahrt waren wir alle etwas erschöpft. Der Weg war doch länger und die Sonne hatte stärker geschienen als wir erwartet hatten. Als wir zum Checkpoint kamen, stiegen zuerst alle Palästinenser aus, dann fuhr der Bus zum nächsten Stopp fünf Meter weiter und Soldaten stiegen hinzu. Sie kontrollierten die Pässe, gaben sich bei uns jedoch zufrieden, als sie die deutschen Pässe erkannten. Trotzdem war es ein etwas beklemmendes Gefühl im Bus. Einzig Frau Klostermann hatte ein Problem, weil ein Soldat sie erwischte, wie sie Fotos machte. Doch nachdem diese gelöscht waren, verließen die Soldaten wieder den Bus, der ein Stück weiter fuhr, um die Palästinenser wieder einsteigen zu lassen. Als ein weiterer von uns ein Foto machen wollte, erklärten zwei Palästinenserinnen, dass man dafür erschossen werden kann, ein weiteres Erlebnis, das uns verdeutlichte wie ernst die Situation für sie ist. Müde, mit vielen Eindrücken im Gepäck kehrten wir ins Hotel zurück, aßen zu Abend und trafen uns alle noch mal, um die ersten Tage der Reise auszuwerten.

 

IMG 87654. Tag, Sonntag, 19.03.2017
Nach dem täglich kraftgebenden Frühstück ging es gleich los in die Erlöserkirche in der Altstadt. Nach dem 15 minütigen Fußmarsch erreichten wir die große Kirche im Herzen Jerusalems. Wir waren zu einem deutschen Gottesdienst eingeladen, der von einem sogenannten "Probst" gehalten wurde. Auch anwesend war ein kraftvoller Bläserchor und Harald, der anschließend auch getauft worden ist.
Nach 1 1/2 Stunden Erfrieren, denn wir waren alle sehr sommerlich gekleidet in der kalten Kirche, gingen wir in den anliegenden Garten.
Der Garten war in mitten eines quadratischen alten Gebäudetrakt und gefüllt mit schönen Bäumen und Blumen. Die Bläsergruppe gab eine Zugabe und wir tranken Tee und Kaffee. Doch der kirchliche Vormittag hatte noch nicht das Ende erreicht. Der in Jerusalem lebende Propst erzählte uns in einem Stuhlkreis Geschichten von der Kirche und beantwortete geduldig all unsere Fragen, rund um den Konflikt, die Kirche und ihn selber.
Anschließend hatten wir ein bisschen Freizeit, trafen uns dann aber alle in der Straßenbahn in Richtung Yad Vashem. Dort bekamen wir Kopfhörer und eine persönliche Führerin. Yad Vashem ist eine Gedenkstätte mit der Größten existierenden Datenbank die hinsichtlich des Holocaust existiert. Zuerst gingen wir an das Kinderdenkmal, das mit seiner Form sehr zum Nachdenken angeregt hat. Es bestand aus abgebrochenen Betonpfeilern um den Abbruch des Lebens der Kinder zu symbolisieren. Dann gelangten wir in eine Halle voller Spiegel die alle 5 Kerzen in der Mitte des Raumes reflektierten. In drei Sprachen wurden Namen und Alter und Herkunft von Kindern vorgelesen, die während des Holocausts umkamen. Es traf uns alle sehr tief. Nachdem wir das Kindermuseum gesehen haben gingen wir über zum eigentlichen Museum. Es war so gebaut, dass es wie eine scharfe Kante die Landschaft zerschnitt, ähnlich wie der Holocaust das jüdische Volk. Das gesamte Museum bestand aus unbearbeitetem Beton und wirkte somit kalt und beängstigend. Wir wurden durch die einzelnen chronologisch angeordneten Abschnitte des Museums geführt und bekamen zu jedem Gegenstand eine Geschichte zu hören. Es war schrecklich darüber nachzudenken was damals passiert ist und wir alle waren sehr berührt und traurig. Am Ende des Museums gab es einen Raum, dessen Wände aus Aktenordnern bestanden. Jeder Aktenordner enthielt Daten zu Opfern des Holocaust. An der Decke waren Portraits von Opfern gezeigt, die sich im Wasser spiegelten, welches in einem Loch im Boden des Raumes war. Der Gesänge Raum hatte die größte symbolische Bedeutung und führte noch einmal mehr vor Augen, wie Tief das Loch war, dass der Holocaust in das Jüdische Volk gerissen hat.
Nach der Führung besichtigten wir einen Eisenbahnwagon, der auf Schienen stand die ins Nichts führten. So wie die Juden damals auch nicht wussten, wohin die Züge sie führen würden.
Es war ein sehr emotionales Erlebnis Yad Vashem zu besichtigen.

 

Montag: 20.03.2017
Als wir nach dem Frühstück um 7.25 Uhr mit dem Bus losgefahren sind, waren die meisten noch sehr müde und wollten im Bus schlafen. Allerding hat uns unsere sehr freundliche und motivierende Reiseleiterin Ora sehr viel über die Wüste und die Wandernomaden berichtet.
Nachdem wir um 9 Uhr die Wanderung am Hauptsitz Masada begonnen haben, gab es bereits die ersten Beschwerden warum wir nicht die Seilbahn nutzen. Die 45 minütige Erklimmung des Berges war sehr anstrengend und Kräfte raubend. Auf dem Gipfel des Berges war eine sehr bewundernswerte Aussicht. Als wir alle unsere Wasserflaschen aufgefüllt haben, hielten uns Sophie und Annabelle einen Vortrag über die Masada Festung.  Obwohl sie keine Unterlagen zur Hand hatten, war dieser sehr ausführlich. Im Anschluss haben wir eine Rundtour über den Berg gemacht. Es war sehr faszinierend zu erfahren, wie Herodes seine Probleme, z.B. das Wasserproblem auf dem Berg, gelöst hat. Durch ihre Leidenschaft der Vorträge hat sie alle mit angesteckt und die meisten haben sehr gut mit gearbeitet.  Es war sehr erschreckend zu erfahren, dass sich 960 Juden nach einer Belagerung, seitens der Römer, selber umgebracht haben, nur um in Freiheit zu sterben. Als wir nach 25 min wieder am Fuß des Berges angekommen waren, sind wir um 12.30 Uhr mit dem Bus zu Toten Meer gefahren.
IMG 2480Als wir ankamen aßen wir Pita mit verschiedenen Dips. Es war sehr lecker. Im Anschluss sind wir ins Meer gegangen. Man musste höllisch aufpassen sich nicht an dem harten Salzboden zu schneiden. Es war sehr schmerzhaft, doch einmal richtig im Wasser angekommen war es Traumhaft. Man konnte sich ohne eine kleinste Bewegung auf das Wasser legen. Das Wasser war so Salzig, dass man extrem aufpassen musste nichts ins Auge zu bekommen. Als man das Wasser verließ fühlte sich das Wasser auf der Haut an, wie eine dünne Ölschicht.
Nachdem sich jeder umgezogen und abgetrocknet hat fuhren wir weiter in einen großen Nationalpark. Dieser machte allerdings um 17 Uhr zu. Aus diesem Grund mussten wir uns sehr beeilen. Der Park war sehr spannend, da wir viele Tiere, z.B. einen Steinhasen, beobachtet und mehrere kleine Wasserfälle gesehen haben. Allerding war es eine sehr große Enttäuschung, nicht im großen Wasserfall baden gehen zu dürfen, da die Zeit sehr knapp war. 


Dienstag: 21.03.2017
Nach einer ereignisreichen, eindrucksvollen und wirklich wunderbaren Woche in Jerusalem, hieß es am Dienstag Koffer packen und auf nach Hod HaSharon! Wir alle waren voller Vorfreude und gespannt, was uns im zweiten Abschnitt unserer Reise erwarten würde. Nachdem wir mit dem Busfahrer klären konnten, dass wir NICHT nach Tel Aviv zum Flughafen, sondern zur Mosenson High wollten (puh…!), düsten wir mit dem Reisebus auf der Autobahn in Richtung Mittelmeer. Hr. Tischer nutze die Fahrt, um (ausnahmsweise!) ein kleines Nickerchen zu halten. Ich blieb lieber wach, da die Fahrweise sehr vieler Israelis für uns Mitteleuropäer eher gewöhnungsbedürftig ist. Nach etwa einer Stunde erreichten wir unser Ziel; neugierig, gespannt und auch noch ein bisschen müde. Nach einem herzlichen Empfang mit zahlreichen Umarmungen, Getränken und köstlicher Falafel, ging es in den „Warm-up Stuhlkreis“. Hauptaufgabe sollte sein, über sein bestes Erlebnis in der letzten Woche zu berichten. Der Renner in unserer Gruppe war eindeutig das Baden im Toten Meer! Joachims Favorit, unser Besuch in der islamisch-christlichen Schule Talitha Kumi in der Westbank (Palästina), wurde von unseren Austauschschülern aufgrund der angespannten politischen Lage nur kurz und eher mit Erstaunen kommentiert. Den Nachmittag verbrachten anschließend alle in ihren Gastfamilien und ein weiterer sehr schöner Tag im Heiligen Land neigte sich gen Ende. Shalom!
A. Klostermann

 

Mittwoch, 22. März 2017
Der erste Tag mit unseren Austauschschülern konnte beginnen. Wir waren alle gespannt darauf, was die Israelis für uns geplant haben. Nach der ersten Nacht in den Gastfamilien trafen wir uns morgens um 8:00 Uhr im Hintergarten der Schule. Die ganze Umgebung von Natur hatte eine entspannte Wirkung und man hatte das Gefühl, als wäre man in einem kleinem Wald. Ein deutscher Schüler aus Köln, der schon seit 4 Jahren alleine in Israel lebt, gab uns eine Führung durch den Garten der Schule, indem sie mit Pflanzen experimentieren und Pflanzen züchteten. Außerdem diente dieser Ort auch als ein Rückzugspunkt der Schüler, die mitten in der Stadt zur Schule gehen. Ganze Klassen können dort draußen sogar in Green Rooms unterrichten und die frische Luft genießen. Nach der Führung pflückten wir Pflanzen, um eigenen Tee zu machen. Wir setzten uns alle hin und aßen Kuchen und Kekse und dazu den selbst gemachten Tee. Nach der entspannten Pause bekamen wir einen Einblick in die künstlerische Aktivität der Schule! Wir sahen uns für 20 Minuten eine Tanzstunde an. Die Schüler bereiteten sich mit einem Ballettstück auf eine große Aufführung vor und man muss schon sagen, dass diese Schülerinnen echt was drauf hatten.
Nach dem Einblick in die Tanzstunde begaben wir uns mit den Austauschschülern in ein größeren Raum, wo wir ein Kennlernspiel spielten. Wir saßen uns alle in einem Kreis und wanderten von Partner zu Partner und bekamen Redethemen um die wir uns unterhalten sollten.
Nach dem näher kennenlernen gab es Mittagspause in der Cafeteria, wo wir soviel essen konnten, wie wir wollten. Da wir aber, bevor das Programm weiterging, noch zu einer Eisdiele wollten, wo eine Austauschschülerin gearbeitet hat, gingen wir dort hin. Wir aßen alle Eis an dem warmen Tag und genossen die Gemeinschaft.
Nach dem Besuch der Eisdiele drehten wir in der Schule einen Film. Die Filmklasse der Schule, die schon zahlreiche Filme selber gedreht und gestaltet haben, machten einen Film mit uns als Darsteller, den wir kurz vor dem Abflug als Geschenk mitbekommen haben. Dieses kleine Filmprojekt war sehr interessant mitzumachen, da wir dadurch die Kreativität der Schule miterleben konnten.
Das Programm für diesen Tag war nun auch eigentlich vorbei, jedoch wollten wir unbedingt nach Tel Aviv und zum Strand dort. Also nahmen wir den nächsten Bus und fuhren dorthin. Angekommen gingen wir durch ein großes Handelsviertel, wie wir es von Jerusalem kannten, jedoch direkt hindurch zum Strand. Nach dem aber einige doch was kaufen wollten fanden wir uns alle wieder und kamen am Stand an. Diese Aussicht und das Klima mit einer frischen Windbrise gab uns die Richtige Stimmung für einen guten Abend. Wir saßen uns alle an den Stand, bestellten uns Getränke uns hatten eine gute Gemeinschaft. Wir sahen uns alle zusammen den Sonnenuntergang an, der sehr schön war, und unterhielten uns alle prächtig.
Nach 2 Stunden am Stand wollten ein paar von uns aber noch was essen und dafür in die Innenstadt. Also trennten wir die große Gruppe in 2 Gruppen. Eine die nach Hause fuhr und eine die Essen gegangen ist. Wir fuhren in ein Einkaufszentrum, was aber nur ein Einkaufszentrum für Essen war. Überall konnte man nur Essen kaufen und zwar richtig gutes Essen. Die Menschen und die Läden wirkten auf uns wie eine moderne Kultur, völlig abgeschottet von dem was man eigentlich so von Israel hört. Nachdem wir uns den Bauch mit gutem Essen vorgeschlagen haben war es auch schon spät und wir machten uns alle allmählich auf den Heimweg mit der Bahn. Ein schöner Tag ging zu Ende, der nie hätte aufhören sollen!


Donnerstag, 23.03.17
Nachdem wir an der Schule angekommen sind, bekamen wir T-Shirts geschenkt, die als schöne Erinnerung für unseren Austausch dienen. Wir haben uns darüber sehr gefreut. Danach sind wir gleich losgefahren zu unseren Trip mit Übernachtung in Akko. Auf dem Weg konnte man beeindruckende Landschaften beobachten, während ein Tourguide uns etwas darüber berichtet hat. Leider waren wir alle ziemlich müde und es fiel schwer, der Frau konzentriert zu folgen, da sie sehr viel erzählt hat und die verschiedenen Sprachen schnell wechselte. Zusätzlich musste uns ein Security-Mann ständig begleiten. Das ist Vorschrift bei Ausflügen, um sicherzustellen, dass den Schülern nichts passiert. Außerdem hatte unserer eine ärztliche Ausbildung (auch Vorschrift). Es war sehr ungewohnt das Gefühl zuhaben, dass wir jemanden brauchen, der uns beschützen muss. Er fiel nicht weiter auf, dennoch war es überraschend. Das führt einem im Alltag die Probleme Israels vor Augen. Anschließend machten wir eine Bootstour über dem See Genezereth, die wirklich angenehm war. Danach besichtigten wir die Brotvermehrungskirche Tabgha. Es war interessant, an den Orten aus der Bibel zu sein, an denen Jesus gewirkt haben soll. Meistens stellte sich die Realität anders als die Vorstellung heraus.
Erstaunlicherweise fing es an zu regnen und die geplante Wandertour konnte nicht stattfinden. Stattdessen sind wir alle picknicken gegangen. Wir waren alle ziemlich müde, wodurch die Stimmung eher träge war. Nach all dem kamen wir bei unserem Endziel Akko an, wo uns wieder der Tourguide begleitet hat. Akko war eine schöne kleine Hafenstadt, jedoch nichts wirklich besonderes. Auch bei dieser Tour war es schwer aufmerksam zuzuhören. Wir haben uns ein paar Gebäude angesehen und sind durch einen Markt gelaufen. Den Abend haben wir auf dem Dach des Hostels verbracht, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf den Hafen und die ganze Stadt hatte.


IMG 9025Freitag, 24.03.17
Heute sind wir nach einem kurzen aber sehr leckerem Frühstück und mit einer Stunde weniger Schlaf in den Bus gestiegen um zum Kibbuz in Acon zu fahren. Ein Guide hat uns dann über das überraschend große Gelände geführt und uns alles gezeigt und erzählt. Es ist sehr beeindruckend zu sehen das die Menschen damals so viel aufgebaut haben ohne viel zu besitzen. Sie sind mit dem wenigsten ausgekommen und waren glücklich, das fand ich persönlich besonders schön. Das hat uns der Guide sehr schön an dem Beispiel der Story seiner Großmutter vermittelt. Danach gingen wir kurz in die Backstube mit Steinofen und haben alle unser eigenes kleines Brot geformt. Es sah wirklich alles sehr antik aus und man hat das typische Altes-Hofleben-Feeling bekommen, was sich meist sehr gut auf den Tourist auswirkt, weil er somit aufmerksamer ist...so wars zumindest bei mir. Anschließend sind wir mit einem Traktor plus Anhänger über den Hof zu den Kühen gefahren. Es fasziniert mich immer wieder aufs neue wie sehr Kühe stinken können... Jedenfalls haben wir erst die Kühe an sich und anschließend die dort Vorort vorhandene Milchanlage besichtigt: relativ unspektakulär. Wir fuhren zurück zum Hauptplatz des Geländes und aßen unser inzwischen fertig gebackenes Brot. Extrem lecker!!!!! Nach der Busfahrt auf der wirklich fast jeder geschlafen hat ging es zum zweiten Stop zur Küste Caesarea, wo die Römer einst ihr reich errichtet hatten. Jetzt besteht es allerdings nur noch aus Ruinen, Cafes, Restaurants und Informationsgebäuden. Erst waren wir in so einem Informationshaus und haben einen zehnminütigen Film über Caesarea gekuckt, sind anschließend raus um ein Gruppenbild zu machen und haben dann auf eigene Faust die Gegend erkundet. Nach einer Stunde Sonne, Steine, Meer und Selfies sind wir zurück nach hod hasharon gefahren. Wir alle waren müde und erschöpft, aber hatten viel Spaß (ich zumindest...). Von Svenja

 

Sa, 25.3.2017
Der Samstag begann für uns alle wieder an der Schule, wo uns ein Bus nach Tel Aviv zum Strand brachte. Zuerst allerdings bekamen wir wieder von unserem Guide eine Führung durch die Altstadt von Jaffa, was inzwischen von Tel Aviv eingemeindet worden ist. In Jaffa leben heute noch viele Künstler und man kann den arabischen Ursprung immer wieder sehen. Wir verkürzten unsere Führung und konnten dann endlich ans Wasser und die Sonne genießen. Fabio war der erste im Wasser, viele andere - sogar auch viele Israelis, die ja sonst bei diesen Temperaturen nicht ins Wasser gehen, folgten ihm. Auch ich war im Wasser und habe mich anschließend mit Fr. Klostermann mit Strand-Tennis vergnügt. Unsere israelischen Lehrer hatten dazu keine Lust und - obwohl sonst ziemlich unreligiös - sagten nur ironisch, sie können sich nicht bewegen und Sport treiben, "because, it is Shabbat !" Natürlich war Shabbat, aber was für ein Unterschied zu Jerusalem, wo wir noch eine Woche zuvor waren: In Tel Aviv ist von orthodoxen Juden wenig zu sehen; Busse und Autos fahren ganz normal, an koshere Essenszubereitung hält sich kaum jemand. Aber natürlich ist es schon ein Familientag, wo man gemeinsam spazieren, ja an der Promenade sogar flanieren, geht, sich bei seinen Eltern meldet und zusammen essen geht. Am Nachmittag fuhren wir zurück und der letzte Abend wurde eingeläutet. Über die Abschlussfeier der Schüler wissen wir wenig und darüber soll auch nicht geschrieben werden. Wir Lehrer wurden zu einem Rockkonzert in einnem nahegelegenem Kibbuz eingeladen, natürlich mit Essen gehen vorher, und waren dann sehr angetan vom Konzert mit integriertem Puppengesang. Wer mag, kann sich mal Videos von redBand auf YouTube ansehen: eine Art Sascha Grammel mit Puppen als Leadsänger. Sehr schön und für uns ein toller Abschluss.


So., 26.3.2017
Der Abschied ist nahe. Schnüff, alles einpacken und zum Frühstück in die Schule. Zum letzten mal konnten wir 'boker tov' sagen, die letzten Fotos wurden gemacht und wir bestiegen mit traurigen Gefühlen den Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte. Die anschließenden Kontrollen waren relativ oberflächlich, aber trotzdem wurde jeder befragt, was wir getan haben und was wir mitgenommen hatten. Nach einem guten Flug landeten wir nach 4 Stunden in Schönefeld bei strahlendem Wetter. Die Eltern konnten die Kinder wieder in Empfang nehmen und so endete eine wundervolle Reise.

 

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