Evangelisches Profil

Das Profil leitet sich aus dem Geist des Evangeliums ab, das im Leben ein Geschenk Gottes sieht.

Aus diesem Zuspruch Gottes resultiert die Herausforderung zum Handeln in der Verantwortung gegenüber Gott und dem Nächsten. Daneben postuliert das Evangelium die christliche Freiheit, die eigenverantwortlichem Handeln und der Nächstenliebe Raum bietet sowie zum toleranten Umgang auffordert. So versteht sich Erziehung und Bildung als eine ganzheitliche Aufgabe, die neben der Wissensvermittlung die Herzensbildung ins Zentrum setzt und somit über den Erwerb von kognitiven Fähigkeiten hinausgeht. Der christliche Glaube und das evangelische Leben bieten dabei einen Orientierungsrahmen.

Alle am Erziehungsprozess Beteiligten verstehen sich als Geschöpfe Gottes, die mit Kreativität und mit vielfältigen Begabungen ausgestattet sind und dennoch als unvollkommene Wesen des Schutzes Gottes bedürfen. Dieser Anspruch bezieht auch die Bewahrung der gesamten Schöpfung mit ein.
Wichtige Grundsätze, die sich daraus ableiten lauten:

  • Die Würde aller an der Schule Mitwirkenden ist für uns unantastbar
  • Wir leben in einem lebendigen, christlichen Miteinander und respektieren einander
  • Menschliche Individuen sind unterschiedlich und vielfältig
  • Lernen ist ein ganzheitlicher, gemeinsamer und offener Prozess
  • Persönlichkeitsentfaltung und verantwortliches Handeln prägen unsere Pädagogik

Im Einzelnen bedeutet es, dass durch individuelle Verschiedenheit und altersbedingte Entwicklung Spannungen im sozialen Kontext auftreten, die es auszuhalten und zu nutzen gilt. So entwickeln Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung ihre Persönlichkeit und lernen Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Dazu tragen einerseits das Klassenlehrerprinzip und die „Klassenleiterstunde“ und andererseits Schulungen der Dialog- und Konfliktfähigkeit in einzelnen Unterrichtsmodulen bei. So kann die Entfaltung in der Balance der Freiheit des anderen gewährleistet werden. Jede Schülerin und jeder Schüler kann darauf vertrauen, dass Wissensleistungen Anerkennung finden, die Würde des Menschen davon jedoch nicht abhängt.

Besonders wird das Evangelische Profil durch den verbindlichen evangelischen Religionsunterricht in allen Jahrgangsstufen deutlich. Dieser vermittelt in problemorientierter und wissenschaftspropädeutischer Weise neben biblisch-theologischem Wissen auch Weltsichten anderer Religionen und Weltanschauungen. Dies fördert die Achtung und Toleranz gegenüber Fremden und lässt die Schüler eigene Standpunkte in der globalen religiösen Vielfalt entwickeln und in unterschiedlicher, auch z. B. in künstlerischer Form kommunizieren. Die ökumenische Öffnung resultiert aus dem gemeinsamen Lernen und Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern verschiedener Konfessionen, Religionen und anderen Weltanschauungen sowie den Begegnungen mit Vertretern dieser Gruppierungen im Unterricht. Das Verhältnis von religiösen Werten zu anderen Bereichen des Lebens soll erfahrbar und erlebbar gemacht werden, indem die Schülerinnen und Schüler fächerübergreifend und in Projekten arbeiten, beispielsweise könnten sie ein Hilfsprojekt für Kinder in ärmeren Ländern planen und organisieren. Gleichzeitig wird diakonisches Handeln erlebt und reflektiert. Praktika im diakonisch-sozialen Bereich sind ebenfalls geplant. Daneben bietet der Religionsunterricht Raum für ethische Auseinandersetzungen und Persönlichkeitsentfaltung. Doch bleibt dies nicht allein Gegenstand des Religionsunterrichts, sondern soll in alle Fachbereiche integriert werden und sich im Umgang miteinander widerspiegeln. So erwerben die Schülerinnen und Schüler soziale und emotionale Kompetenz.

Andachten und Schulgottesdienste prägen das religiöse Schulleben und stellen eine wichtige Hilfe zur Besinnung und Kraftschöpfung dar. Freude und Trauer kann hier jederzeit vor Gott Ausdruck verliehen werden. Das Feiern der Feste im Kirchenjahr ermöglicht eine Rhythmisierung des Schuljahres und bietet die Möglichkeit eines Miteinanders von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern. Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden an, deren Angebote mit dem Ganztag verknüpft werden können. Seelsorgender Beistand für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Schülerinnen und Schüler kann dort gefunden werden. Weitere Möglichkeiten zur engeren Vernetzung könnten die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an Gottesdiensten oder anderen Veranstaltungen der Kirchengemeinden, gemeinsame Freizeitangebote und Ausstellungen von Schülerarbeiten in kirchlichen Räumen sein. Hierin liegen weiterhin Voraussetzungen für soziales Engagement der Schülerinnen und Schüler, z.B. in Form von Patenschaften.